Für Eltern deren Baby starb


Du kannst nun nicht mit Deinem Kind Dein Leben teilen - das ist ein kaum zu begreifender Verlust für Dich und Deine nähere Umgebung.
Diesen mehrseitigen Informationszettel haben andere Betroffene - zumeist selbstbetroffene Mütter - gemacht, damit Du die wichtigsten relevanten Informationen bei Dir zu Hause hast.

Im Moment bist Du noch sehr unter Schock und Du wirst Dich nur sehr langsam auf die neue Lebenssituation um- und einstellen können! Anderen Betroffene fallen in eine - unter Umständen Jahrelang anhaltende - Phase der Verleugnung. Und bei vielen liegt das Tempo der Trauerverarbeitung irgendwo dazwischen.

Das alles ist an unterschiedlichsten Verhaltens- und Reaktionsmustern zutief Menschlich und normal - und ebenso individuell wie unser unterschiedlicher Daumenabdruck.

Wenn die eigentliche Trauerarbeit einmal einsetzt, dann dauert sie meist länger als 1 Jahr. Viele Betroffene erzählen, dass es bei Ihnen 4 - 5 Jahre gedauert hat. All das ist normal! Jede und jeder Mensch hat seinen eigenen Rhytmus, seinen individuellen Weg der Trauerbewältigung, unabhängig von seiner Kultur oder seiem religiösem Glauben. Vergessen wirst Du dieses Lebensentscheidende und Lebeneinschneidende Ereignis nie - im Gegenteil: Die weltweiten Erfahrungen aus der Hospizbetreuung bei Erwachsenen belegen: je näher dein eigenes Lebenende rückt, desto öfters wirst Du dich wieder an dieses dein so früh verstorbenes Kind erinnern.

Um dir selbst die Trauerarbeit zu erleichtern, macht es Sinn, das Du und andere dein Kind wahrnehmen, ansehen, annehmen, in den Arm nehmen, beim Namen nennen, kurz: dein Kind würdigen, gleich einem Kind, das dir zum Leben geboren worden ist, egal wie lang euer Kind (im Mutterleib) lebend bei Euch war.

Viele Betroffene sagen: was willst du, mein Kind ist auch jetzt noch täglich bei mir, nur eben an einem anderen Ort, in einer andere Sphäre - mein Kind ist dort wohin auch ich eines Tages gehen werde.

Spirituell gesehen ist jedes Kind ein Geschenk an die Angehörigen (Eltern, Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkel ec.) - auch dann, wenn Du es bewußt weggeschickt hast, z.B indem Du einen Arzt/ eine Hebamme darum gebeten hast, diese Schwangerschaft doch bitte zu unterbrechen.

Besonders feinfühlende Frauen erleben die Einnahme oder die Verwendung von Verhütungsmitteln, die das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindern soll, schon als eine von Ihnen in Gang gesetzte Schwangerschaftsunterbrechung und haben dem entsprechend Schuld- und Trauergefühle. Gesteht bitte auch dieser Mutter die Trauer um ihr Kind zu!

Du wirst nie wieder so, wie Du vor der Schwangerschaft warst.

Was kann jetzt in dieser Situation für Dich persönlich wichtig sein:
Vielleicht hast Du Dein Kind angesehen und es kennenlernen und auch gebührend begrüßen dürfen, denn nur was ausreichen gut angenommen werden konnte, kann auch gut hergegeben werden. 

Aus weltweiter jahrelanger Erfahrung mit betroffenen Eltern und anderen Angehörigen weiß man, dass später noch nie bereut wurde sein (Enkel-) Kind gesehen zu haben. Diese Begegnung wird eher als Schatz beurteilt und zugleich auch als sehr schmerzvoll - aber heilsam - erlebt.

Angehörige, die Ihr Kind vor der Beerdigung (überhaupt) nicht ansahen, bereuen später, Ihr Kind nicht näher kennengelernt zu haben.

Darum hilf bitte mit, das zukünftige Betroffene ihr Baby auch noch einmal, ohne bewusstseinstrübende Medikamente sehen, um eine klarere Wahrnehmung von Ihrem Kind zu haben.

Der Faktor Zeit ist vor der Beerdigung für das tote Kind und die Angehörigen das allergrößte Geschenk - nimm dieses unwiderbringliche Geschenk bitte an - bei Bedarf: fordere es ein!

Im Leichen- und Bestattungsgesetz deines Bundeslandes oder Kantones ist vieles Geregelt, was den örtlichen und Behördlichen Umgang mit deinem Kind anbetrifft. Da die Bestattungsgesetze in jedem Bundesland anderst geregelt sind, kann der Umgang mit Leichen auch ein Bestandteil des Seuchenschutz- oder Polizeigesetz  ec. sein! Näheres erfährst du beim Bestatter.

Wenn dein Kind in einer Klinik tot zur Welt kam oder dort zuerst lebte, um dann den Weg allen Lebens zu gehen, so gilt das Gesetz des Bundeslandes, indem die Klinik sich befindet. Manche Kliniken behandeln dein Kind würdevoll, indem dein Kind auf alle Fälle einer Beerdigung auf einem Friedhof zugeführt wird. Dementspechende Empfehlungen sind europaweit  Thema - doch Gesetzlich ist es leider immer noch möglich, das der Leichnam deines Kindes (oder Teile davon) auch über Müllverbrennungsanlagen - auf Grund Klinikinterner Entscheidungen - entsorgt werden kann.

Wenn Du Dich nicht traust, Dein Kind anzusehen, so könntest Du einen Vertrauten von Dir bitten, es für Dich zu tun, oder eine Schwester soll Dir Dein Baby beschreiben.

Bitte auch darum, dass deinem Kind ein Neugeborenen Bändchen ausgefüllt und angelegt wird, solange dein verstorbenes Kind bei Dir ist.

Bitte darum, das Fotos gemacht werden, welche Du und deine Familie später anschauen und bei Familienfeiern oder im täglichen Leben integrieren kann, soadass auc bildlich euer vorausgeganges Kind bei Euch sein kann - gemäß euren Bedürfnissen.
Unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass alle Erinnerungen an das Kind Dir die Trauerarbeit enorm erleichtern, wie zum Beispiel:

das Kind selbst gesehen zu haben, Fotos vom Baby, deinem Kind einen Namen gegeben und dein Kind immer wieder beim Namen genannt zu haben, dein Kind gesegnet zu haben, es gewogen und gemessen zu haben, Fuß und Handabdruck von ihm zu besitzen (Gips, Stempelkissen), eine Haarlocke - die Windel, indem dein verstorbenes Kind zuerst gewickelt war ...

Zusätzlich (oder wenn nichts von Oben genanntem Zustande kam), so halte Deine persönliche Erlebnisse, Gefühle, Wahrnehmungen möglichst bald kreativ fest (schreiben, zeichnen, formen, Musik, Videoaufnahmen....). All das sind unwiderbringbar Schätze.

Je länger der Zeitpunkt vergangen ist, da der Zeitpunkt war, als dein Kind Dir vorausging, als umso wertvoller werden diese Aufzeichnungen wahrgenommen und von dir und deiner Familie - zB den Folgekindern - empfunden.

Begriffsdefinitionen:
Du hast natürlich dein Baby verloren, auch wenn die offizielle Medizininer und Hebammen Sprache andere (allumfassendere) Fachwörter für Dein Kind verwendet, die sehr entwertend und herzlos, ja menschenunwürdig und menschenverachtend in deine Ohren klingt! Bedenke: diese "Fachidioten" haben noch einen weiten, schmerzhaften Lernweg vor sich!!

Damit Du aber ihre Bedeutungen auch verstehen kannst, folgt ein kurzer Abriss
des österreichischen Hebammengesetzes (28.4.1994) zusammengestellt von
Mag. Elisabeth Widensky :

Lebendgeburt:

"als Lebendgeboren gilt unabhängig von der Schwangerschaftsdauer eine Leibesfrucht dann, wenn nach dem vollständigen Austritt aus dem Mutterleib entweder die Atmung eingesetzt hat, oder irgendein anderes Lebenszeichen erkennbar ist, wie Herzschlag, Pulsation der Nabelschnur oder deutliche Bewegung willkürlicher Muskeln, gleichgültig, ob die Nabelschnur durchgeschnitten ist oder nicht, oder ob die Plazenta ausgestoßen ist oder nicht;"

Totgeburt:

"als totgeboren oder in der Geburt verstorben gilt eine Leibesfrucht dann, wenn keines der oben genannten Zeichen erkennbar ist und sie ein Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm aufweist;" (Grenzbereich liegt zwischen der 23. und 25. Schwangerschaftswoche.)

Fehlgeburt:

"dies liegt vor, wenn bei einer Leibesfrucht kein Zeichen einer Lebendgeburt vorhanden ist und die Leibesfrucht ein Geburtsgewicht von weniger als 500 Gramm aufweist.“

ergänzende Achtung durch Frau Tegenthoff: nicht jeder verwendet das Wort "Fehlgeburt" im oben genannten Sinn! Inhaltlich kann eine Fehlgeburt jenes Kind sein (unabhängig von seinem Gewicht) das noch im Mutterleib starb und von sich aus ging - im Gegensatz zu einem Kind, welches auf Grund einer Schwangerschaftsunterbrechung (Abtreibung) im Mutterleib starb.

Obwohl eine Totenbeschaupflicht zB in der Wiener Bestattungsordnung ab der Scheitel- Steiß - Größe von 120 mm vorgesehen ist  - werden Kinder, welche auf Grund einer Abtreibung starben - im Moment noch anderes = nämlich menschenunwürdiger behandelt, da Sie - mit weitreichenden negativen Folgen - zB nicht vom Totenbeschauarzt angesehen werden, wir Sie folgender Mitteillung vom 21 Apr 2006 entnehmen können:

Grundsätzlich ist der Schwangerschaftsabbruch nach dem österreichischen Strafrecht strafbar (§ 96StGB).

Unter bestimmten Bedingungen (§ 97 Abs 1-3) besteht aber Straflosigkeit, insbesondere bei :

1) Einhaltung der 3 Monate-Fristenlösung

2) mütterlicher Indikation  (Gefahr für Mutter)

3) kindlicher Indikation (Gefahr der schweren Behinderung)

4) Unmündigkeit der Mutter

5) Rettung der Mutter aus Lebensgefahr unter Umständen, unter denen ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist.

 

Nach meiner Ansicht sind Abtreibungen als aktive Eingriffe nicht einer Fehl- oder Totgeburt gleichzusetzen, die ja spontane Ereignisse sind.

Daher sollte sich bei abgetriebenen Föten über 120mm Scheitel-Steißlängen auch keine Beschaupflicht ergeben.

 

mit freundlichen Grüßen

Dr. Roman Ruzicka 

 

Ergänzend sei darauf hingewiesen: gesetzlich gesehen sind Abtreibung in Österreich bis zur Geburt erlaubt - in der Praxis sind wenig Ärzte dazu bereit, in Österreich eine wirklich späte Schwangerschaften noch abzubrechen.

In Österreich fehlt - neben der fehlenden Totenbeschauung - damit zB auch die Grundlage, damit österr. Statistiken über Abtreibungen erstellt werden können.

Im Moment bleiben wir - auf Grund deutscher Statistiken - bei Schätzungen von ca 70 - 100 Abtreibungen pro Werktag, welche in Österreich stattfinden. Das die fehlende Totenbeschauung bei verstorbenen Kindern, welche auf Grund einer Schwangerschaftsunterbrechung starben, im Punkt Bestattung = Entsorgung als Organabfall statt Sammel- (wenn unter 500 Gramm) oder Einzelbegräbnis (wenn über 500 Gramm) am Wiener Babygrabfeld auch seine Auswirkungen hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt stark anzunehmen. (Stand: Mai 2006)

 

Betrifft Beerdigung auf eigene Kosten - zB in das bestehende Familiengrab sind umgehend - nach Eintritt des Todes - dem Bestattungsinstitut ihrer Wahl zu melden. Hier ist ein Überblick über alle Wiener Friedhöfe.

betrifft das Wiener Babygrabfeld am Zentralfriedhof nahe Tor 3: Die Wiener Stadtverwaltung hat aus Gründen der Pietät (es besteht kein Rechtsanspruch) beschlossen, dass alle Totgeburten (Kinder über 500 Gramm) in einem Einzelgrab auf Kosten der Gemeinschaft erdbestattet werden (ab 6.12.2000 findet das auf dem Babygrabfeld = Grabfeld 35B statt, davor Grabfeld 37), siehe Homepagehinweise einer Wiener Bestattung  - Ausnahme: die Eltern wünschen eine Bestattung auf eigene Kosten, zB im Familiengrab!

Betrifft die Kinder, welche nach dem Dezember 2000 starben: Die Listen, in denen zusammen mit dem Namen der Mutter (laut Krankenakte) das Kind aufgezeichnet ist, liegen in der Feuerhalle Simmering, 11., Simmeringer Hauptstraße 337, Telefon 01 760 41, feuerhalle@m43.magwien.gv.at auf.

Angehörige sind zu den jährlich 4 Sammelbeerdigungen (Urnenbestattung) der Fehlgeburten am Wiener Babygrabfeld gerne gesehen.

Die Bestattung erfolgt automatisch und für die Angehörigen kostenfrei, solange die Eltern nicht einen „Verzicht auf Einzelbestattung“ unterschreiben, wie manche Wiener Kliniken es den Eltern anbieten. Wer diese Verzichtserklärung unterschreibt, befürwortet mit seiner Unterschift, das die Leiche seines Kindes zur Sammelbeerdigungen der Fehlgeburten am Wiener Babygrabfeld kommt, welche aus einer Feuerbestattung mit Urnenbestattung am Wiener Babygrabfeld - in Verbíndung mit den jährlich 4 Sammelbeerdigungen der Fehlgeburten am Wiener Babygrabfeld steht.

folgende Texte muss ich noch überarbeiten:

Falls Du die genaue Stelle des Grabes erfahren willst, so ist dies bei der Verwaltung des Zentralfriedhofs zu erfragen. Das ist auch zu einem
späteren Zeitpunkt noch möglich.
Wünschen die Eltern das Kind selbst zu begraben, so gehen sie mit dem Beerdigungsschein, den das Standesamt ausstellt, zur Bestattung.
Fehlgeburt:

 

Seit 1.2.2001 werden in den Städtischen Spitälern und dem Hanuschspital die Babies gesammelt und zusammen kremiert. Diese Asche wird dann - zeitlich recht verzögert - am Zentralfriedhof / Grabfeld 35B in einem eigenen Sammelgrab (mit Marmordeckel und Gedenkstein) beigesetzt.

 

Jeden 1. Freitag im März, Juni, September und Dezember jeweils um 8.00 Uhr wird die Asche beigesetzt, Treffpunkt Halle 3. Angehörige sind sehr erwünscht und auch eine individuelle Gestaltung der Begräbnisfeier ist möglich.

 

Dazu rufe bitte die Beerdigungsleitung – Hrn. Gerald Limbeck unter der Nr. 760 41 / 97 871 oder Fr. Bazant (Sekretariat) unter der Nr. 760 41 / 97 872 an.


Erlaube der Stelle, dass sie Deine Nummer an andere Betroffene zur Absprache der Bestattungsgestaltung weitergeben darf. Eine Namensliste der Mütter wird in der Zentralfriedhofsverwaltung aufliegen.


Die Mindestkosten für ein normales Begräbnis von Babys in ein Grab Deines Besitzes sind 1200 Euro. Die Bestattung eines Babys (80cm
Sarg) ist in jedem Grab möglich, unabhängig davon wie viele Personen schon drinnen liegen.
Es gibt auch die Möglichkeit, Dein Kind in ein Einzelgrab für mindestens 10 Jahre (Grabfeld 35B) zu beerdigen. Dies ist auch der
Bestattung mitzuteilen und es entstehen Kosten um 500 Euro.
Eltern können für ihr Kind ein religiöses Begräbnis haben, auch wenn es eine Bestattung am Grabfeld 35B ist. Die Kirche hat einen eigenen
Ritus für noch nicht getaufte Kinder. Für den Zentralfriedhof bestellt man die Bestattung unter der Tel.: 760 41 / 97 863. Auch besteht die
Möglichkeit, dass eine von der Diözese bevollmächtigte Frau die Einsegnung hält. Möchtest Du die Zeremonie in dieser Art, kennst jedoch
keine dieser Frauen, so melde Dich bei der Pfarre St. Georg / Kagran Wagramerstraße 150; Pfarrer Dr. Georg Pauser Tel.: 203 43 78.
STANDESAMT:
Lebendgeburt: Es wird eine Geburtsurkunde und Sterbeurkunde ausgestellt, die je 8,60 Euro kostet. Sie enthält auch die Angaben über
einen nicht mit der Mutter verheirateten Vater.
Totgeburt: Das nach dem Geburts-/Sterbeort zuständige Standesamt bekommt binnen 2 Tagen vom Spital die Anzeige zugestellt.
Anschließend sollte binnen einer Woche ein Elternteil mit sämtlichen Personaldokumenten (beider Elternteile): Staatsbürgerschaftsnachweis,
Meldezettel, Geburtsurkunden, alle Hochzeitsurkunden, sämtliche Scheidungs- und Todesurkunden vorheriger Partner zum Standesamt
gehen, um die Dokumente, die gebraucht werden, ausstellen zu lassen.

 

Bei Totgeburt wird das Kind im Sterbebuch beurkundet und ein
Auszug davon kostet auch 8,60 Euro. In diesem scheinen aber nie automatisch die Daten des Vaters auf, wenn er nicht mit der Mutter verheiratet ist. Will der ledige Vater auf dem Dokument aufscheinen, so hat er ab 1.1.2006 (geht auch rückwirkend) die Möglichkeit, mit sämtlichen Dokumenten zusammen mit der Mutter, beim Standesamt eine Neuausstellung des Auszuges aus dem Sterbebuch zu beantragen.
Hier bekommst Du auch den Beerdigungsschein, falls Du Dein Kind selber bestatten willst.


Fehlgeburt: Die Todesbescheinigung, welche die Pathologie ausstellt, wird direkt an die Gesundheitsbehörde (MA15), die Städtischen Friedhöfe (MA43) und an das Statistische Zentralamt (MA66) weitergeleitet. Du erhältst normalerweise keinerlei Dokumente und musst daher auch auf kein Standesamt gehen. Um doch einen schriftlichen Beleg für Dein Baby zu bekommen, sorge dafür, dass der Mutter-Kind-
Pass auf der Geburtshilfestation abgeschlossen wird.


NAMENSRECHT:
Lebendgeburt: Bei dieser bekommt Dein Kind auch offiziell einen Vornamen, der in der Geburtsurkunde steht.


Totgeburt: Seit 1.9.1999 kannst Du einen Vornamen im Sterbebuch eintragen lassen. Wenn Dein Kind auf Gemeindekosten bestattet wird, so steht dieser Name dann auch auf dem Grabschild.


Fehlgeburten: Familiär ist es eine große Entlastung, wenn man auf jeden Fall für dieses Baby einen Namen aussucht und auch im Gespräch benützt. Falls Du Dein Kind selbst bestatten lässt, kannst Du auf den Grabstein schreiben was Du willst.


WOCHENSCHUTZ:
Die Verarbeitung dieses Verlustes dauert sehr lange und braucht sehr viel Energie. Vielleicht ist es entlastend, wenn der Kindesvater in Pflegeurlaub geht, damit Ihr gemeinsam die erste Zeit durchlebt. Dazu muss der Hausarzt die Pflegefreistellungsbestätigung für den Mann ausfüllen.


Lebendgeburt: Damit ein Anspruch auf 12 Wochen Wochenschutz besteht, muss der Arzt eine Frühgeburt bestätigen (unter 2500g). Der Anspruch auf 12 Wochen ist dann unabhängig davon, ob das Kind in dieser Zeit verstirbt. Dies gilt auch für sicher nicht lebensfähige Kinder.


Totgeburt: mit der Anzeige einer Totgeburt hast Du Anspruch auf 8 Wochen Wochenschutz, unabhängig, wie viele Wochenschutztage Du vor der Geburt hattest. Nur wenn Du mit Kaiserschnitt entbunden hast oder es eine Mehrlingsgeburt war, stehen Dir 12 Wochen zu.


Fehlgeburt: Wird da meist "Abortus" genannt. Du hast keinen Anspruch auf Wochenschutz und musst Dich sofort beim Hausarzt krank schreiben lassen. Wenn Du einen längeren Krankenstand benötigst, so können wir Dir nach einem persönlichen Treffen eine Arbeitsunfähigkeitsbestätigung ausstellen. Die Unterlagen aus dem Spital werden zusammen mit einem Originalbeleg des Standesamtes der
Bezirksstelle Ihrer Wohnadresse übermittelt. (schicken genügt).


Martha Leonhartsberger: “Wenn Du Dich getröstet hast“
Bausteine für Begräbnis-/Abschieds-/ und Gedenkfeiern für Kinder, die während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz nach der
Geburt starben
Linzer Pastoralamt – Behelfsdienst
Tel.: 0732 / 7610

 

Psychotherapeutische Hilfe:
Auf der Homepage des Vereins Regenbogen
www.glueckloseschwangerschaft.at findest Du eine Liste von Psychotherapeuten, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben, und von denen uns Betroffene berichtet haben, dass ihr Ansatz die Würdigung des Kindes ist.


 

Du kannst mit dem Krankenhauspersonal, oder mit Deinem Gynäkologen alle offenen Fragen besprechen. Frage alles, was Dich bedrückt, denn viel später weiß man vielleicht nicht mehr alle Detailles. Falls Du dies nicht willst, hast Du auch das Recht,

 

Deine Krankengeschichte wird in der Klinik 30 Jahre lang aufbehalten. Eine Kopie deiner Krankengeschichte kannst Du von der Verwaltung des Spitals anfordern. Dein Anliegen musst Du in der Verwaltungsdirektion des Spitals schriftlich beantragen (eingeschrieben senden! - so hast Du den Nachweis darüber, die Anfrage gesandt zu haben. Wenn keine Antwort in angemessener Zeit erfolgt, teile das bitte dem zuständigen Staatsanwalt mit) 

 

Die Kosten für die Kopien und den Versand können dir verrechnet werden.


Für den Fall einer nachfolgenden Schwangerschaft:
Den Zeitpunkt, wann Du wieder schwanger wirst, bestimmt zu einem großen Teil Deine Psyche. Es gibt Frauen, die eine Folgeschwangerschaft brauchen, um das Vergangene zu verarbeiten und welche, die längere Zeit nachher nicht schwanger werden. Auch medizinisch gesehen gibt es keine wissenschaftlich begründete Regel; zu verschiedenen Zeiten wurde ganz Unterschiedliches empfohlen.


Aus jahrelanger Beobachtung von Folgeschwangerschaften nach Kindesverlust kann man folgenden Tip geben: Versuche, diese Beziehung mit Deinem noch ungeborenen Baby möglichst bewusst zu erleben (Positives wie Negatives), und sprich möglichst viel mit Deinem Kind.


Kein Mensch weiß, wie lange Du dieses Kind noch behalten darfst; ob Du durch den eigenen Tod, oder durch den Tod des Kindes vor, während oder nach der Geburt Dich von diesem wichtigen Menschen trennen musst.

 

Je mehr Du die Zeit mit diesem Kind für Eure Beziehung zueinander nützt, um so weniger musst Du dann im Fall eines Verlustes bereuen. Dass man sich leichter trennen kann, je weniger man sich auf die Beziehung eingelassen hat, ist sicher völlig falsch, auch wenn dieser Glaube weit verbreitet ist!!!


Falls Du bei einer weiteren Schwangerschaft wieder Probleme (psychisch und/oder physisch) hast und in einem Dienstverhältnis stehst, so kannst Du Dich höchstwahrscheinlich beim zuständigen Arbeitsinspektorat dienstfrei stellen lassen. Beamte müssen zum Amtsarzt. Du darfst dann ab sofort keiner Arbeit mehr nachgehen (auch keiner Nebenbeschäftigung) und bekommst vorzeitiges Wochengeld von der Krankenkasse ausbezahlt.

 

Mutter-Kind-Pass, alle Unterlagen der vorigen Schwangerschaften und eine Befürwortung vom Gynäkologen mitnehmen!


In der Folgeschwangerschaft wird vieles schneller als bedrohlich erlebt, daher kann es von großer Entlastung sein, die Möglichkeit der Familienhebammen zu kennen.

 

Die Stützpunkte sind: www.hebammenzentrum.at

und:
1200 Wien, Dresdner Straße 73 Tel. Nr.: 331 34-20 279 Mo - Fr 8.30-11.30
1150 Wien, Geyschlägergasse 12 Tel. Nr.: 98 22 500 Di - Do 8.30-11.30
1110 Wien, Lorystraße 40 – 42 Tel. Nr.: 749 68 50 Mo - Do 8.30-11.30
1220 Wien, Langobardenstr. 128/12 Tel. Nr.: 285 45 37 Mo - Fr 8.30-11.30


Die Dienste der Familienhebammen sind kostenlos und können vom Anfang einer Schwangerschaft an in Anspruch genommen werden.


Wenn die Frau liegen muss, gibt es auch kostenlose Hausbesuche der Familienhebamme.


Zusammengestellt von: Mag. Elisabeth Widensky  (Stand 7.11. 2005), überarbeitet von Gunnhild Fenia Tegenthoff (Mai 2006)

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