TCF News 2006   Juli 2006: Tiroler Frauen in Not

auf www.Kindergrab.de heißt es: Verwaiste Eltern können bei der Trauerfeier und Beerdigung Vorschläge einbringen und selbst mitwirken. Nehmen Sie hierzu mit mir Kontakt auf:   

Auch verwaiste Eltern, die vor Jahren ihr Kind verloren hatten und bisher nicht die Möglichkeit hatten, darüber in angemessener Weise zu trauern sind herzlich zur Teilnahme an der Trauerfeier und der Beerdigung eingeladen.

 

 

auf  www.gemeinde2000online.de/seite41k.htm  heißt es: Seit Beginn des Jahres 2001 dürfen hier auf die Entscheidung ihrer Eltern hin die Kinder eine würdige letzte Ruhestätte finden, deren Leben jäh im Mutterleib zu Ende ging, bevor es für Außenstehende erfahrbare, erinnerbare Lebensspuren hinterlassen hat.
Der Initiative der christlichen Kirchen Offenburgs in enger Zusammenarbeit mit der St. Josefsklinik ist es zu verdanken, daß dieses Grabfeld angelegt wurde und mit ihm die vielen nötigen – auch finanziellen – Rahmenbedingungen. Das ist nicht selbstverständlich, denn die wenigsten Bürger/innen wissen, daß es nach dem Personenstandsgesetz von Baden – Württemberg keine Bestattungspflicht für totgeborene Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 500 g gibt. Es ist immer noch weitgehend die Ausnahme,- wenn auch zum Glück im Wandel begriffen -,daß betroffene Eltern auf eine Bestattungsmöglichkeit hingewiesen werden. Vielerorts ist man gar nicht darauf vorbereitet, auch winzigste Kinder in angemessener Form einer Bestattung zuführen zu können. Die weitaus meisten fehlgeborenen Kinder werden immer noch mit dem Sondermüll der Kliniken entsorgt, d. h. verbrannt.

    

diese wunderbaren Kommunikationsflächen stehen am Babygrabfeld und dienen der kommunikativen Verbíndung zwischen dem Friedhofserhalter und den Besuchern des Babygrabfeldes - oder der Kommunikativen Verbindung zwischen der/ den Selbsthilfegruppe(n) mit den Besuchern des Babygrabfeldes.

Rita Budowinsky schrieb mir im Januar 2006:

Liebe Gundi

Diese Ständer wurden tatsächlich eigens für die Gedenkstätte entworfen. Herr von der Wall hat mir mehrere Entwürfe gemacht und ich habe mir diesen ausgesucht.
Der Preis für die gute Sache war 120 Euro. Das ist nur der reine Materialpreis gewesen, da Edelstahl sehr teuer ist. Arbeitslohn hat er gespendet.
Habe mit Herrn von der Wall gesprochen, es wäre kein Problem auch für den
Preis. Gebe dir die Daten und e-mail von der Firma in der er arbeitet:


Neits Edelstahlverarbeitung, D 31553 Sachsenhagen, Kanalstr.6, e-mail: Roland.Neitz@t-online.de

 

Weitere Informationen sind erhältlich bei der Initiatorin des Babygrabfeldes:   http://gedenkstaette.budowinsky.de  31718 Pollhagen, Sachsenhägerstr.15, Tel. 0049 5721  71757 

auf www.klinikum-lahr-ettenheim.de/maz/2002juni/gedenk.htm heißt es:

 

Die Würde ist gewichtslos von Martin Abler, Klinikseelsorger 

 

Wenn eine Schwangerschaft "normal" verläuft und ein gesundes Kind zur Welt kommt, dann freuen sich alle. Wenn aber das Kind schon während der Schwangerschaft stirbt...? Die betroffenen Eltern sind meist schockiert und haben oft nicht die Kraft dazu, ihr Kind anzuschauen, um auch Abschied nehmen zu können. Oft fragen die Eltern erst hinterher: Wo ist mein Kind? Viele leiden noch nach vielen Jahren unter dem Verlust.
Für fehlgeborene Kinder über 500g besteht Bestattungspflicht; unter 500g haben Eltern zwar auch die Möglichkeit einer persönlichen Bestattung, aber sie wissen oft nicht darum, oder sie sind in der momentanen Situation überfordert oder wünschen aus verschiedenen Gründen keine Bestattung. Das Bestattungsgesetz sieht vor, dass fehlgeborene Kinder unter 500g dem ethischen Empfinden entsprechend "entsorgt" werden, d.h. sie werden im Allgemeinen der Verbrennung zugeführt. Eltern haben keine Möglichkeit des Abschieds mehr und sie haben keinen Ort der Trauer.

Wenn wir von der Überzeugung ausgehen, dass das menschliche Leben von Anfang an da ist, dann gilt es, diese kleinsten Kinder, die sterben müssen, in Würde zu bestatten - denn die Würde ist gewichtslos.

 

 

Herz, was begehrst Du mehr: D 07973 Greiz Städt. Friedhof Greiz, Leonhardtstr.

eine klare Kontaktadresse: Klinikseelsorger Pfarrer Hr. Rose, Tel. 0049 3661 2503

 

Grabstätte für ungeborenes Leben mit Gedenkstein

 

bestattet werden nichtbestattungspflichtige Fehl – und Totgeburten, auch nach Schwangerschaftsabbruch, kostenlos, Eltern erhalten Informationsblatt, Teilnahme ausdrücklich erwünscht (auch von Eltern deren verstorbenes Kind in die Zielgruppe fällt, aber kein Grab zugestanden bekam - in diesem Zusammenhang ist auch der Gedenkstein zu sehen, denn er ist ein Gedenkort für alle Eltern, unabhängig davon, wo real die Leiche ihres Kindes sich befindet),  Gedenk – und Trauerfeier in der Friedhofskapelle, anschließend gemeinsamer Gang zur Grabstelle.

 

 

Zu Guter letzt die neuesten Informationen aus der Wissenschaft um aufzuzeigen, das wir es von klein auf mit fühlenden, Gefühlen wahrnehmenden, lernenden und Informationen verarbeitenden Menschen zu tun haben:

 

Gehirnjogging im Mutterleib - Was Kinder schon vor der Geburt lernen können
www.presseportal.de/story.htx?nr775327&ressort5

bild der Wissenschaft 9.01.2006 - 14:20 Uhr
Gehirnjogging im Mutterleib - Was Kinder schon vor der Geburt lernen können Stuttgart (ots) - Schon vor seiner Geburt hat ein Baby über viele Wochen und Monate seine Sinnesorgane und das Gehirn trainiert. Im Mutterleib wird es eben nicht nur mit Nahrung versorgt, sondern die Informationsverarbeitung setzt ein und das Gehirn entwickelt sich, berichtet die Zeitschrift bild der Wissenschaft in ihrer Februarausgabe. Hören, Sehen, Schmecken, Riechen - alles wird schon im Bauch der Mutter angelegt. Sinneseindrücke und Training beeinflussen die Reifung und Vernetzung des Gehirns nicht erst nach der Geburt - wie früher von Forschern angenommen -, sondern schon wenige Wochen nach der Zeugung. Schon ab der sechsten Schwangerschaftswoche können Embryonen etwa
Berührungen an Lippen und Nase spüren. Später, in der zweiten Schwangerschaftshälfte erzeugt der Embryo durch Stöße und Tritte von Armen und Beinen eine erste Landkarte über den eigenen Körper im Gehirn. Auch lernt das Ungeborene im Uterus, wie seine Mutter riecht und schmeckt: Neben der Nährstoffversorgung über die Plazenta trinkt es auch Fruchtwasser und trainiert so die Geschmacksknospen.
Ab der 24. Schwangerschaftswoche werden die Anlagen für das Hör-Erleben gelegt. Der Fötus scheint auf Signale von außen zu Lauschen. Zu eintönig sind ihm dann Atmung, Herzpochen und Darmgluckern der Mutter. Versuche haben gezeigt, dass nach der Geburt nicht nur Stimmen wieder erkannt werden, sondern auch Melodien aus den Lieblingsfernsehsendungen der Mutter oder das Brummen des Computerlüfters. Letzteres wird dann zum bevorzugten Einschlaflied des Babys.
All dies zeigt den Forschern, dass Kinder bereits im Mutterleib anfangen zu lernen. Die meisten Gehirnzellen, die der werdende Mensch im späteren Leben brauchen wird, entstehen schon in der ersten Schwangerschaftshälfte. In Spitzenzeiten bilden sich eine halbe Million Nervenzellen pro Minute.
Originaltext: bild der Wissenschaft
Digitale Pressemappe:
http://presseportal.de/story.htx?firmaid36841
Pressemappe via RSS: feed://presseportal.de/rss/pm_36841.rss2  

 

Ansprechpartner:
Thomas Willke
Redaktion bild der Wissenschaft
thomas.willke@konradin-medien.de
Telefon: 0711 7594 383

 

Ich bin ein wenig intensiver der Frage nachgegangen, warum nicht alle klinisch erfassten Kinder einem (Sammel-) begräbnis auf einem Friedhof zugeführt werden?

In diesem Zusammenhang hörte ich von einer Ärztin mit jahrelanger Klinikerfahrung: "Wir sind eine Klinik der Lebenden und nicht der Toten" und "die Frauen sollen sich nicht so anstellen. Zum einen war das doch nur ein Zellhaufen...und außerdem können die meisten von Ihnen ja doch ohnehin noch einmal schwanger werden". Meine Phantasie: diese Ärztin arbeitet in einer Klinik, hat täglich mit Frauen zu tun, welche gerade eine Fehlgeburt, Abtreibung und ähnl. hinter sich haben - und die Frauen wollen, das ihr Kind gesehen wird, einen Namen bekommt, in den Arm genommen und beerdigt wird - und dann bekommen Sie in der Klinik (einem Ort, wo seelischer und körperlicher Schutzraum sein sollte!) zu so einer Ärztin...Soviel Kälte, Herz- und Gefühllosigkeit... es ist entsetzlich!

Ich habe aus einem ehrlichen Herzensbedürfnis im Jahr 2000 angefangen, offen zu sein für Frauen nach einer Abtreibung und nach Fehlgeburten. Mag schon sein, das viele Frauen mit ihren Erlebnissen gut klar kommen - diese Frauen sind es nicht, welche sich auf die Suche nach einer Selbsthilfegruppe begeben. Es suchen jene Frauen nach anderen Selbstbetroffenen, denen es seelisch, emotionell, mental, körperlich nach dem Tod ihres Kindes nicht gut geht. Und da kommen diese Leidgeplagten Frauen zu mir und sie fangen an zu erzählen. Der Tod ihres Kindes ist das eine, aber die Betroffenen sind erschüttert über die Tatsache, das es gesetzlich durchaus möglich ist, das die Würfel zugunsten von Totenkleidchen und Beerdigung am Babygrabfeld hätten Fallen können! Das es hier in diesem sensibel Thema nicht der Gesetzgeber, sondern die Menschen (vorrangig in den Kliniken!) sind, die dein Kind so unwürdig zum Organabfall getan und als Müll erklärt haben. Es ist, als würde ich den Frauen weitere Schmerzen zufügen - dabei haben andere das Verbrechen an den Frauen und ihren Kindern schon getan - ich mache nur bewußt: ja, Gesetzlich wäre ein menschenwürdigerer Umgang möglich gewesen.

Soll ich nicht mehr als Ansprechpartnerin für Frauen nach einer Abtreibung oder Fehlgeburt offen sein - das kann ich moralisch nicht, denn es gibt soo viele Frauen mit diesen schrecklichen Erlebnissen. Und so wenige reden darüber.

Ich bin erschüttert darüber, wie wenige Frauen bewußt und offen darüber reden! Bei einem Fernsehauftritt habe ich offen über meine Abtreibung reden dürfen - und noch Jahre danach wurde ich von Frauen auf genau diese Sendung angesprochen. Sie sagten: "Das damals, das war toll, dass hat mir so gut getan. Endlich konnte ich weinen."

Offenbar bewirke ich mit meiner Art etwas Positives - also muss ich weitermachen, aber meine Vorgehensweise verändern. Es muss die Information raus unter die Leute, dass es Totenkleidchen auch für die Allerkleinsten gibt - und dass es Babygrabfelder für nicht beerdigungspflichtige Kinder gibt. Das die Frauen kurz nach Ihrer Fehlgeburt sich durch Angestellten in Kliniken offenbar kaum Unterstützung erwarten können - im Sinne von "Ihr Kind wird einer Beerdigung automatisch zugeführt, weil unsere Klinik dass mit allen Kindern macht, auch mit den Allerkleinsten". Das Babygrabfeld liegt...und ihr Ansprechpartner bezüglich der Beerdigung am Babygrabfeld ist....

Ev. finden die Frauen verbündete im Klinikseelsorger oder direkt beim für das Babygrabfeld zuständigen Bestatter...die Betonung liegt auf eventuell.

Übrigens: "In Wien findet die Bestattung der Leichenasche der Fehlgeburten jeweils am ersten Freitag im März, im Juni, im September und im Dezember, um 8.30 Uhr am Wiener Zentralfriedhof, nahe Tor 3 am Babygrabfeld 35b statt. Siehe auch: www.bestattungwien.at/index.php?id=327 "

Dieser lieblos Dahingeschmetterte Satz entspringt nicht meiner Feder, sondern er wurde mir so nüchtern von einem Mitarbeiter der Bestattung Wien übermittelt. Laut Betroffenen ist das Massenbegräbnis der Fehlgeburten in Wien genauso nüchtern - ausgenommen, wenigstens ein Elternteil schafft es, das Massenbegräbnis zu gestalten, ev mit Unterstützung durch einen Geistigen oder Unterstützt durch Petra Hörmann von www.celesta.at 

Was leider auch in Wien immer wieder einmal vorkommt ist folgende Situation: eine Frau ist mit ihrer Fehlgeburt in einer Klinik und sie möchte ihr Kind zu Beerdigung frei gegeben haben - aber die Klinik sperrt sich - so habe im seitens der Bestattung Wien niemanden gefunden, der klar sagen könnte: diese Frauen sollen dann ---bei uns anrufen - wir legen uns gerne und selbstverständlich mit der jeweiligen Klinik an, damit diese die Fehlgeburt herausrücken, weil die Mutter ihr Kind beerdigt haben möchte. Was bei einem Bestattungspflichtigen Kind kein Problem darstellt, ist - dank kann bestimmung im Gesetz - oft ein Spießrutenlauf für die Frauen. Zusätzlich zum soeben eingetretenen Tod ihres Kindes, den Sie verdauen müssen, müssen immer wieder Frauen darum kämpfen, das dieses ihr Kind, dass sie soeben verloren haben, auch beerdigen zu dürfen - und sei es in einem Sammelbegräbnis - was für viele Frauen ohne auch nicht nachvollziehbar ist, denn es gibt für Tiere die kleinen Krematorien, und demnach könnten für Fehlgeburten auch Einzelbestattet werden, so die Überlegenen der Betroffenen.  

Ein Bericht über TCF = The Compassionate Friends = die mitfühlenden Freunde, einer weltumspannenenden Bewegung von Menschen, deren Leben vom Tod eines Kindes berührt wurde, unabhängig davon, wir alt Ihr Kind war - denn auch 70 jährige hinterlassen unter Umständen noch Eltern und Geschwister :

Danken möchte ich an dieser Stelle einer evang. Pfarrfrau für Ihren Einsatz, das Sie einen Gottesdienst gestaltet hat und dass Sie dafür gesorgt hat, das Teile Ihres Gottesdienst im Radio übertragen wurden, denn das gab verwaisten Eltern fernab einer Veranstaltung, im Geiste und von Herz zu Herz mit dabei zu sein bei den Feiern:

 

Liebe Frau Tegenthoff!

 

Wie sie richtig vermuten, beginnt die Übertragungen um 19.05 nach den Nachrichten.

 

Die Sendung ist für Ö1 HörerInnen gut eingeführt und wird von ziemlich vielen Leuten gehört. In der Kirche selbst sind bei den Abendgottesdiensten ca 30 Menschen.

Es ist in unserer Gemeinde ein Minderheitenprogramm.Das macht es besonders schön und intim für die, die da sind.

 

Diesmal habe ich den Gottesdienst aber etwas stärker beworben in die Gemeinde hinein. Wir werden also sehen.

 

Die Übertragung endet um 19.30 Uhr. Danach geht es in der Kirche weiter mit einem Stationenbetrieb: Das ist das, was die Menschen, die herkommen, gerne haben.

Wenn Sie näheres darüber wissen wollen, auf www.pauluskirche.at ist es beschrieben.

 

Liebe Grüße

Christine Hubka

 

Diesen Gottesdienst wurde übertragen in der Sendung "Motive - aus dem evangelischen Leben" vom 04.12.2005 und ist bis ca Mitte 2006 erhältlich auf MC oder CD (Ö1-Clubpreis EUR 14,90/ Regulär EUR 18,50). Der Versand erfolgt mit Rechnung und Zahlschein zzgl. EUR 2,90 Versandspesen innerhalb von ca. 10 Tagen ab Bestellung. Bitte teilen Sie uns im Falle einer Bestellung noch mit, auf welchem Tonträger Sie diese Sendung bevorzugen. Mit freundlichen Grüßen Ihr ORF-Audioservice (RG)3 Tel: 0043-1-50170-374 audioservice@orf.at

 

 

Soeben erhielt ich ein Mail - auf Grund meines Schreibens wegen dem wunderbaren TCF Berichtes auf http://www.verein-regenbogen.ch/DEU/index_deu.htm - mit folgendem Inhalt, welchen ich gerne gekürzt weitergeben möchte:

Leider waren die internationalen TCF Treffen bis anhin immer auf Englisch ohne Übersetzer. Das erste TCF Treffen fand in Birmingham, England statt, das zweite in Philadelphia, USA, das dritte in Sydney, Australien und eben das vierte in Vancouver, Kanada. Im Jahr 2009 wird das 5. Internationale The Compassionate Friends Treffen in Buenos Aires abgehalten. Dort werden die Trauerwerkstätten in Englisch und Spanisch angeboten.

Schau doch Mal bei den Verwaisten Eltern Deutschlands rein www.veid.de. Die organisieren anfangs Februar eine Jahresversammlung mit dem Titel

"Kraft aus meinen WURZELN"
Jahrestagung mit Mitgliederversammlung vom 03.-05. Februar 2006
im Burckhardthaus in 63571 Gelnhausen, Herzbachweg 2
Mag.theol. Fleck-Bohaumilitzky
Eichstraße 14, 85232 Bergkirchen-Lauterbach
Tel.: 08135-8706, Fax: 08135-8706
kontakt@veid.de

An diesen drei Tagen werden sehr viele Trauerworkshops angeboten, und bestimmt auch solche für Eltern die um ein ungeborenes Baby trauern.

Meine eigene Geschichte: als ich mit meinen zwei überlebenden Kindern vor fast 20 Jahren nach Wien kam, wohnten wir die ersten zwei Jahre im 13. Bezirk in der Anton - Langer - Gasse. Ich muss mal gerade zurückrechnen: ich kam nach Wien zwei Jahre, nachdem mein drittes Kind verstorben war, also 1989 Ende August, und zwar genau am 30.8.1989, einen Tag vor dem Geburtstag meines ältesten Sohnes und kurz bevor mein jüngster überlebende Sohn mit der Schule begann.

Es war eine entsetzliche Zeit - damals als Barbara 1976 gegen ihren und meinen Willen starb - weil es mein eigener Vater so wollte - und es noch keine Frauenschutzeinrichtungen gab, erst recht nicht für minderjährige Mädchen. Damals, als ich in der 10. Schwangerschaftswoche Johanna im Jahr 1979 tot gebar - auf dem WC - denn eigentlich "war ich - meinem Gefühl nach - doch nur wieder einmal verstopft" - es gab einen Garten nahe am Wald und ich wusste nicht, wie tief graben, damit die Wildtiere (Fuchs) mein totes Kind nicht finden und auffressen können - also drückte ich auf die Wasserspülung. Oder als Christopher Marvin im Alter von 2 Mon. und einem Tag verstarb - genau am Muttertag 1987 - in jenem Jahr verlor ich 4 Familienmitglieder - deren Sterben irgendwie alle zusammenhingen. Es war entsetzlich.

 

Ein Eintrag auf dem von mir angelegte Kondolenzbuch hat mich ganz besonders berührt: 

 

Du hinterlässt eine unsagbar große Leere. Es vergeht kein Tag an dem ich dich nicht vermisse. Christine - du gehst mir so ab Deine Mama

 

Nachzulesen unter: www.kondolenzbuch.de/web/books/000172.pl - auch bekannt als www.worldwide-candle-lighting.kondolenzbuch.de (gültig bis Sommer 2006, dann geht das Gästebuch voraussichtlich vom Netz, da kostenpflichtig)

 

Mein Traum ist es - sofern auch andere beruflich oder privat Betroffene von verstorbenen (nicht beerdigungspflichtigen) Kindern in diesen Traum sich mit einklinken: es muß voller Liebe und Würde noch sehr viel mehr für unsere kleinsten verstorbenen Kinder und für die Angehörigen - insbesondere auch den überlebenden Geschwistern - geschehen. Das große TCF Werk im englischsprachigen Raum voller Messen, Kongresse, mit einer eigenen Zeitung, Vernetzung der tausenden Selbsthilfegruppen /Angehörigen verstorbener Kinder, aber auch der beruflich betroffenen Mitmenschen, ohne deren Unterstützung wir verwaisten Eltern die Situation kaum so gut überlebt hätten....auch Ihnen steht zu:

 

Du hast ein Recht auf deine Trauer.

Du darfst dich deinen Verlusten widmen,

musst nicht verdrängen, was dich beschwert.

Du hast ein Recht, das abzutrauern,

was dich so tief enttäuscht hat

und was du nicht ändern kannst.

 

Du hast ein Recht auf deine Tränen,

auf dein Schweigen,

auf deine Ratlosigkeit,

auf deine innere und äußere Abwesenheit.

Du musst nicht den Glücklichen spielen,

nicht über den Dingen stehen.

 

Du hast ein Recht, die wegzuschicken,

die dich mit Gewalt aus deiner Trauer

herausholen wollen, weil deine Trauer

sie selbst bedroht.

Du hast ein Recht auf deine Trauerzeit.

 

Du hast ein Recht,

mit denen nicht reden zu wollen,

die dir ein schlechtes Gewissen machen

für deine Dunkelheit und Trauer.

Die mit Sprüchen kommen

und dich mit diesen Sprüchen

unter Druck zu setzen versuchen.

Du hast ein Recht auf deine Trauerstille.

 

Du hast das Recht, dich zu wehren

gegen die, die Dir sagen,

was du fühlen darfst und was nicht,

die Dich nicht als einzelnen,

sondern als Fall behandeln

und sich innerlich nicht wirklich

mit Dir einlassen.

 

Vielleicht macht Dich nichts so menschlich

wie Deine Trauer.

Über sie kann ein Trauernder sich Dir nähern

und auf Verständnis hoffen.

Trauern zu können ist eine Gabe.

Lass Dir das Recht auf Deine Trauer

nicht nehmen.

 

Du hast das Recht,

deine dunklen Stunden zu durchleben

und dich nicht durch billige Sprüche

aus ihnen herauslocken zu lassen.

Schon der Versuch ist eine Entwürdigung

deiner inneren Wirklichkeit.

 

Du bist auch deine Dunkelheit.

Die Abgründe und Widersprüche

gehören auch zu dir.

Die Schatten geben deinem Leben

Tiefe und Menschlichkeit.

Wer mit dir in Beziehung tritt,

sollte wissen, dass diese Seite zu dir gehört.

Wer sie in dir ablehnt,

hat nicht das Recht,

sich deinen Freund und deine Freundin zu nennen.

 

Manche geben dir nicht das Recht

auf diese Seite in dir.

Sie erwarten, dass du sie unterschlägst

und das Glück vorspielst.

Vielleicht haben sie weniger Angst für dich

als für sich selbst, weil sie durch dich

an das Unoffene in sich selbst geraten.

Wenn sie darum dir helfen wollen,

geschieht es nicht, um dir zu helfen, sondern sich selbst.

aus: "Grundrechte - ein Manifest" von Ulrich Schaffer 3783109485

Zunehmend mehr geschieht - verwaiste Eltern, Großeltern und Geschwister und andere mitfühlende Freunde vereinen sich - stehen auf - lassen endlich Ihre Gefühle zu, ihre Trauer, ihren Schmerz, ihre Wut Raum und Zeit. Eines Tages werden alle Kinder beerdigt werden, unabhängig von ihrem Gewicht oder ihre Alters, denn wir holen für unsere Kinder die Würde und Wertschätzung zurück und fordern das Einhalten der Würde und Wertschätzung auch gegenüber unseren Kleinsten ein. Bis Du mit dabei?

 

Zusammengefügt und vernetzt von

Gunnhild Fenia Tegenthoff 

 

 


Wien, Jänner 2006

Liebe Eltern, Großeltern, Geschwister, sehr geehrte Menschen, welche beruflich mit einer Fehlgeburt konfrontiert werden

“Grabfeld für das kleine Leben”; "Anonymes Gräberfeld", "Gedenkstein und Grabstätte", "Gemeinsame, anonyme Erdbestattung von Totgeburten unter 500g", "Gräberfeld und Gedenkstein für Totgeburten unter 500 Gramm",

einige unterschiedliche Namen = Aussagen für die gleiche Zielgruppe = nichtbeerdigungspflichtige Kinder. Ein Erlebnis, das 3 von 4 Frauen erleben, stand zu lesen auf www.glueckloseschwangerschaft.at .

 

Was für eine Anzahl an Kindern verstirbt, bevor der 7. Schwangerschaftsmonat = die 500 Gramm Marke - erreicht wird.

 

Dem entsprechend müsste das Unternehmen "Totenkleidchen für unsere Kleinsten" von Frau Rita Schäfer www.rita-schaefer.de einen großen Umsatz haben, denn im regulären Handel sind Totenkleidchen für so extrem kleine Kinder - unseres Wissens - nicht zu bekommen.

 

Achtung: Die Aussage "nicht beerdigungspflichtiges Kind" ist inhaltlich wiederum unterschiedlich, da in jedem Bundesland bzw. Kanton die Uhren anders laufen.

 

Inhaltlich kann ein nicht beerdigungspflichtiges Kind zum jetzigen Zeitpunkt (Jänner 2006) heißen: das Gewicht des Kindes hat entweder 500 - oder 1000 Gramm oder - wie ich aus der Schweiz zu lesen bekam - gemäß der Schwangerschaftswoche, muss das ungeborene Kind genügend "alt" sein, als das die Grenze erreicht wird zwischen "nicht beerdigungspflichtigen" und dem "beerdigungspflichtigen Kind".

Auf den "Babygrabfeldern"  werden inhaltlich dzt zumeist Fehlgeburten via Massenbegräbnis ( nach Sammelkremierung) und Totgeburten in Einzelgräbern beerdigt - wobei nur ein minimaler Bruchteil der tatsächlichen Fehlgeburten zum jeweiligen Friedhof gelangen.

 

Dass es auch anders geht, bezeugen wunderbare Menschen für den Raum Bönen PLZ 59199. Dort wird ein allumfassendes kostenloses Service angeboten: Alle Frühchen unter 500 Gramm werden von Ihnen ohne Kosten würdevoll und individuell bestattet. Durch Ihre Initiative wird vom Friedhof das Grabfeld für "Frühchen" und "Abbrüche" ebenfalls gebührenfrei zur Verfügung gestellt! Ansprechpartner: Martin Schulte, Schulte Bestattungshaus, Bönen-Hamm-Unna www.bestattungen-schulte.de

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!